Es kam, wie es kommen musste:
Nachdem sich der Makler am Mittwoch nicht gemeldet hat, hat Nicolas zum Telefonhörer gegriffen und den werten Herren angerufen. Der gute Mann konnte sich überhaupt nicht mehr an uns erinnern und tat ganz verwundert: Die Wohnung sei doch seit Montag vermietet! Grrrr… ich hasse Makler! Angeblich bekommt der gute Mann am Freitag ein neues Angebot rein, das er nur uns vorlegen will… wers glaubt wird seelig. Wir stehen also wieder am Anfang.
Bei den GWH-Wohnungen gibt es das Problem, dass wir meistens einen Wohnberechtigungsschein benötigen, den wir nicht bekommen, weil ich zu viel Geld gespart habe.
Außerdem zeichnet es sich ab, dass ich dank Wirtschaftskrise vermutlich kein zusätzliches Geld von meinen Eltern bekommen kann – sieht man vom Kindergeld einmal ab. Bei den Zulieferern beginnt nämlich jetzt der Jobabbau. Das heißt für mich: Auf eigenen Füßen stehen und irgendwie Arbeit, Studium und selbstständig werden unter einen Hut bekommen. Ich glaube, es gab schon mal günstigere Zeiten für so etwas.
Am Dienstag war ich bei der Studienberatung wegen meinen Nebenfächern. Nach Frau El Masry darf ich alles studieren, was ich will, muss es aber immer von ihr absegnen lassen, weil es keine stabilien Übereinkommen bezüglich Exportmodule gibt – sieht man mal von den Psychologen ab, die zwar ein sehr interessantes Angebot haben, mir aber vermutlich wie Jura die Abschlussnote runterziehen. Der Stundenplan steht so halb, neben 2 Methodenseminaren und 1 politischer Theorie werde ich als 1 Wahlschwerpunkt Internationale Politische Ökonomie belegen und Mittwoch Morgens um 8 Uhr zur Vorlesung antreten. Als 2. Schwerpunkt würde ich gern was im Bereich Wohlfahrtsstaat und Zivilgesellschaft machen, aber Frau Kurz-Scherf bietet in diesem Semester nur Dinge im Bereich Gender an – nicht wirklich mein Steckpferd. Bleibt mir zu hoffen, dass sich das im nächsten Semester ändert. Solange klopfe ich jetzt die Nebenfachmöglichkeiten ab.
Hallo Elisa,
habe gerade bei dir gelesen, dass ihr noch immer keine Wohnung gefunden habt. Das tut mir wirklich Leid. Ihr wart so zuversichtlich neulich. Aber es wird schon noch klappen. Ihr beide seid jetzt wahrscheinlich in “verfeindeten” Lagern unterwegs, um Jubel oder Trauer, je nachdem, mit Gesinnungsgenossen zu teilen. Ich höre, dass die Wahlbeteiligung miserabel war. Muss gleich mal den Fernseher anwerfen, um erste Hochrechnungen zu erfahren. Na, erstmal Tschüs für heute. Liebe Grüße an euch beide, Anke