Schlauer geworden von unseren Erfahrungen mit Maklern, waren wir am Freitag schobn überpünktlich um kurz vor 10 im Elisabethweg. Und siehe da, der frühe Vogel fängt den Wurm: Der Makler taucht um kurz vor 10 auf und führt uns in die Wohnung. Wir durchschreiten die Räume und entscheiden uns innerhalb von Sekunden: Diese soll es sein. Zentral gelegen und trotzdem ruhig, frisch renoviert (das großzügige Bad ist noch gar nicht fertig), eine große Küche, in der wir zwar von Kühlschrank über Herd alles mitbringen müssen, hell und gut geschnitten. Schlaf- und Wohnzimmer werden innerhalb der Wohnung mit 2 kleinen Fensterchen verbunden, was dem Raum Tageslicht spendet. Der Makler beschließt, den Vermieter in seinem wohlverdienten Urlaub anzurufen, mit uns den Mietvertrag aufzusetzen und die Wohnung aus dem Internet zu nehmen. Beide Seiten verlassen zufrieden die Wohnung und ich beginne im Geiste schon mit der sofortigen Mietung des Studi-Bus und dem Rekrutieren von starken Männern.
Ich plane bis zum Maklerbüro. Dort hat der Makler mit der Eigentümer telefoniert und erfahren, dass diese einen Sohn hat, der auch ein Pärchen kennt, das sich die Wohnung gerne ansehen will. Nicolas spielt seine Trumpfkarte: Sicheres Einkommen durch baldiges Rechtsreferendiat und die Bürgschaft seiner Mutter. Von letzterem ist der Makler beeindruckt, fügt unseren Unterlagen eine Kopie bei und verspricht, für uns beim Eigentümer ein gutes Wort einzulegen. Letztenendes entscheidet allerdings der Eiegntümer und nach unseren politischen Erfahrung sticht Vitamin B andere Menschen aus.
Enttäuscht und etwas sauer ziehen wir ab. Der Makler entschuldigt sich bei uns (sieht der doch seine Provision davonschwinden) und verspricht, uns am Mittwoch anzurufen. Die Chancen stehen 1:99 für uns. Zwei weiter eingetroffene Angebote von der Wohnungsbaugesellschaft klingen zwar bezahlbar (340 für 55 qm warm), die Lage ist allerdings eher bescheiden (Richtsberg). Anscheinend wird das nichts mit dem Umzug zum Semesteranfang. Also tummeln wir uns noch ein bisschen in Maklerbüros herum, ich verwalte so lange treu viel zu viel Geld auf meinem Konto (auf dem bereits Nicolas’ Mutter ihr Verlobungsgeschenk eingezahlt hat) und spare für die zu hinterlegende Kaution.